Source: OJ L 150, 9.6.2023, pp. 40–205

Current language: DE

Artikel 102 Vorsorgliche Maßnahmen


Summary What does Article 102 of the MiCA regulation say?

This article sets out the escalation procedure that applies when a host Member State's competent authority suspects irregularities by a crypto-asset market participant operating within its territory.

It establishes a clear chain of notification and intervention, starting with the host authority alerting the home authority and ESMA (and EBA where asset-referenced tokens or e-money tokens are involved), then allowing the host authority to take its own protective measures if the home authority's response proves insufficient.

It also provides a dispute resolution pathway where disagreements between home and host authorities can be referred to ESMA or EBA, depending on the type of crypto-asset involved.

This article connects directly to the broader cross-border supervisory cooperation framework in the regulation, acting as the practical enforcement mechanism for situations where the home-country supervision model breaks down.

Important points:

  • Host Member State competent authorities are required to notify the home Member State competent authority and ESMA when they have clear and demonstrable grounds for suspecting irregularities, with EBA also notified where asset-referenced tokens or e-money tokens are concerned.
  • Where the home authority's measures fail to resolve a persisting infringement, the host authority may take its own measures to protect clients and crypto-asset holders, including preventing the entity from conducting further activities in the host Member State.
  • Disputes between home and host competent authorities over measures taken can be referred to ESMA (for most crypto-assets) or EBA (for asset-referenced tokens and e-money tokens), with Article 19(4) of the respective ESA regulations applying.

Springlex's summary of the article, a reading aid, not a substitute for the legal text.

    1. Hat die zuständige Behörde eines Aufnahmemitgliedstaats eindeutige und nachweisbare Gründe für den Verdacht, dass es bei den Tätigkeiten eines Anbieters oder einer Person, die die Zulassung eines Kryptowerts zum Handel beantragt, oder eines Emittenten eines vermögenswertereferenzierten Token oder eines E-Geld-Token oder eines Anbieters von Kryptowerte-Dienstleistungen Unregelmäßigkeiten gibt, so setzt sie die zuständige Behörde des Herkunftsmitgliedstaats und die ESMA davon in Kenntnis.

    2. Betreffen die Unregelmäßigkeiten gemäß Unterabsatz 1 einen Emittenten eines vermögenswertereferenzierten Token oder eines E-Geld-Token oder eine Kryptowerte-Dienstleistung im Zusammenhang mit vermögenswertereferenzierten Token oder E-Geld-Token, so setzt die zuständige Behörde des Aufnahmemitgliedstaats die EBA ebenfalls in Kenntnis.

    1. Dauern die Unregelmäßigkeiten, auf die in Absatz 1 Bezug genommen wird, trotz der von der zuständigen Behörde des Herkunftsmitgliedstaats ergriffenen Maßnahmen an, was einen Verstoß gegen diese Verordnung darstellt, so ergreift die zuständige Behörde des Aufnahmemitgliedstaats nach vorheriger Unterrichtung der zuständigen Behörde des Herkunftsmitgliedstaats, der ESMA und gegebenenfalls der EBA alle für den Schutz der Kunden von Anbietern von Kryptowerte-Dienstleistungen und der Inhaber von Kryptowerten, insbesondere Kleinanleger, erforderlichen Maßnahmen. Zu diesen Maßnahmen gehört es, den Anbieter, die Person, die die Zulassung zum Handel beantragt, den Emittenten des vermögenswertereferenzierten Token oder des E-Geld-Token oder den Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen daran zu hindern, weitere Tätigkeiten im Aufnahmemitgliedstaat auszuüben. Die zuständige Behörde unterrichtet die ESMA und gegebenenfalls die EBA unverzüglich darüber. Die ESMA und, sofern beteiligt, die EBA setzen die Kommission unverzüglich davon in Kenntnis.

    1. Ist eine zuständige Behörde des Herkunftsmitgliedstaats mit einer von einer zuständigen Behörde des Aufnahmemitgliedstaats nach Absatz 2 getroffenen Maßnahme nicht einverstanden, so kann sie die Angelegenheit der ESMA zur Kenntnis bringen. In diesen Fällen gilt Artikel 19 Absatz 4 der Verordnung (EU) Nr. 1095/2010 entsprechend.

    2. Betreffen die Maßnahmen nach Absatz 2 einen Emittenten eines vermögenswertereferenzierten Token oder eines E-Geld-Token oder eine Kryptowerte-Dienstleistung im Zusammenhang mit vermögenswertereferenzierten Token oder E-Geld-Token, so kann die zuständige Behörde des Aufnahmemitgliedstaats die Angelegenheit abweichend von Unterabsatz 1 der EBA zur Kenntnis bringen. In diesen Fällen gilt Artikel 19 Absatz 4 der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 entsprechend.

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