Source: OJ L 277, 27/10/2022, p. 1–102Consolidated text

Current language: DE

Artikel 60 Gemeinsame Untersuchungen


Summary What does Article 60 of the DSA regulation say?

This article establishes the framework for joint investigations between Digital Services Coordinators, allowing the Digital Services Coordinator of establishment to lead cross-border investigations into alleged infringements by intermediary services providers.

It connects closely to Articles 51, 58, and 59, sitting within the broader cooperation and enforcement machinery of the regulation.

The article sets out how joint investigations are triggered, how they are conducted, and what happens when the process breaks down or produces disagreement — at which point the matter can be escalated to the Commission via Article 59.

Important points:

  • The Digital Services Coordinator of establishment leads joint investigations, which can be self-initiated or triggered by a Board recommendation backed by at least three other Digital Services Coordinators.
  • Joint investigations must be concluded within three months, with the Digital Services Coordinator of establishment required to communicate a preliminary position — incorporating the views of all participants — within one month of that deadline.
  • The Board may refer the matter to the Commission under Article 59 if the Digital Services Coordinator of establishment fails to act on time, fails to initiate the investigation, or if the Board substantially disagrees with the preliminary position reached.

Springlex's summary of the article is a reading aid, not a substitute for the legal text.

    1. Der Koordinator für digitale Dienste am Niederlassungsort kann unter Beteiligung eines oder mehrerer anderer betreffenden Koordinatoren für digitale Dienste gemeinsame Untersuchungen einleiten und leiten:

      1. von Amts wegen, um eine mutmaßliche Zuwiderhandlung gegen diese Verordnung durch einen bestimmten Anbieter von Vermittlungsdiensten in mehreren Mitgliedstaaten zu untersuchen oder

      2. auf Empfehlung des Gremiums, das auf Antrag von mindestens drei Koordinatoren für digitale Dienste handelt, die – auf der Grundlage eines begründeten Verdachts – eine Zuwiderhandlung durch einen bestimmten Anbieter von Vermittlungsdiensten vermuten, durch die Nutzer in ihren Mitgliedstaaten beeinträchtigt werden.

    1. Ein Koordinator für digitale Dienste, der nachweist, dass er ein berechtigtes Interesse an der Teilnahme an einer gemeinsamen Untersuchung gemäß Absatz 1 hat, kann eine solche beantragen. Die gemeinsame Untersuchung wird innerhalb von drei Monaten nach ihrer Einleitung abgeschlossen, sofern die Teilnehmer nichts anderes vereinbaren.

    2. Der Koordinator für digitale Dienste am Niederlassungsort teilt seinen vorläufigen Standpunkt zu der mutmaßlichen Zuwiderhandlung spätestens einen Monat nach Ablauf der in Unterabsatz 1 genannten Frist allen Koordinatoren für digitale Dienste, der Kommission und dem Gremium mit. In dem vorläufigen Standpunkt werden die Ansichten aller Koordinatoren für digitale Dienste, die an der gemeinsamen Untersuchung teilnehmen, berücksichtigt. Gegebenenfalls werden in diesem vorläufigen Standpunkt auch die vorgesehenen Durchsetzungsmaßnahmen dargelegt.

    1. Das Gremium kann die Kommission gemäß Artikel 59 mit der Angelegenheit befassen, wenn

      1. der Koordinator für digitale Dienste am Niederlassungsort seinen vorläufigen Standpunkt nicht innerhalb der in Absatz 2 genannten Frist mitgeteilt hat;

      2. das Gremium mit dem vorläufigen Standpunkt des Koordinators für digitale Dienste am Niederlassungsort im Wesentlichen nicht übereinstimmt; oder

      3. der Koordinator für digitale Dienste am Niederlassungsort die gemeinsame Untersuchung nach der Empfehlung des Gremiums gemäß Absatz 1 Buchstabe b nicht unverzüglich eingeleitet hat.

    1. Bei der Durchführung der gemeinsamen Untersuchung arbeiten die Koordinatoren für digitale Dienste in guter Absicht zusammen, wobei sie gegebenenfalls die Angaben des Koordinators für digitale Dienste am Niederlassungsort und die Empfehlung des Gremiums berücksichtigen. Die an der gemeinsamen Untersuchung beteiligten Koordinatoren für digitale Dienste am Bestimmungsort sind berechtigt, auf Ersuchen oder nach Konsultation des Koordinators für digitale Dienste am Niederlassungsort ihre Untersuchungsbefugnisse gemäß Artikel 51 Absatz 1 in Bezug auf die von der mutmaßlichen Zuwiderhandlung betroffenen Anbieter von Vermittlungsdiensten mit Blick auf Informationen und Räumlichkeiten in ihrem Hoheitsgebiet auszuüben.

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