Source: OJ L, 2024/1774, 25.6.2024

Current language: DE

Artikel 10 Schwachstellen- und Patch-Management


Summary What does Article 10 of the RTS on ICT risk management framework say?

This article covers two closely related obligations for financial entities: vulnerability management and patch management.

Both sit within the broader ICT security framework established under Article 9(2) of DORA.

The article is detailed in scope, setting out a full lifecycle approach to vulnerabilities — from detection and awareness, through scanning and third-party oversight, to remediation and disclosure.

The patch management section that follows complements this by requiring formal procedures for identifying, testing, deploying, and escalating software and hardware fixes.

Together, the two procedures form the operational backbone of how financial entities are expected to keep their ICT assets secure on an ongoing basis.

Important points:

  • Implement automated vulnerability scanning on all ICT assets, with those supporting critical or important functions scanned at least weekly.
  • Actively oversee ICT third-party service providers by verifying they handle vulnerabilities, report critical ones in a timely manner, and investigate root causes with appropriate mitigating action.
  • Develop a formal patch management procedure that covers automated identification of available patches, emergency patching procedures, testing before deployment, and deadlines with escalation steps if those deadlines cannot be met.

Springlex's summary of the article, a reading aid, not a substitute for the legal text.

    1. Die Finanzunternehmen entwickeln, dokumentieren und implementieren im Rahmen der in Artikel 9 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2022/2554 genannten IKT-Sicherheitsrichtlinien, -verfahren, -protokolle und -Tools Verfahren für das Schwachstellen-Management.

    1. Die in Absatz 1 genannten Verfahren für das Schwachstellen-Management sorgen dafür, dass

      1. relevante und vertrauenswürdige Informationsressourcen ermittelt und aktualisiert werden, um für Schwachstellen zu sensibilisieren und das Bewusstsein dafür aufrechtzuerhalten,

      2. die Durchführung automatisierter Schwachstellenbewertungen und -scans bei IKT-Assets gewährleistet und dabei sichergestellt wird, dass deren Häufigkeit und Umfang der im Einklang mit Artikel 8 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2022/2554 festgelegten Klassifizierung und dem Gesamtrisikoprofil des IKT-Assets entsprechen,

      3. überprüft wird, ob

        1. IKT-Drittdienstleister Schwachstellen angehen, die im Zusammenhang mit den IKT-Dienstleistungen für das Finanzunternehmen stehen,

        2. diese Dienstleister dem Finanzunternehmen zumindest die kritischen Schwachstellen und Statistiken und Trends zeitnah melden;

      4. nachverfolgt wird, wie Folgendes verwendet wird:

        1. Bibliotheken Dritter, einschließlich Open-Source-Bibliotheken, die für IKT-Dienstleistungen zur Unterstützung kritischer oder wichtiger Funktionen genutzt werden,

        2. IKT-Dienstleistungen, die das Finanzunternehmen selbst entwickelt hat oder von einem IKT-Drittdienstleister speziell für das Finanzunternehmen angepasst oder entwickelt wurden;

      5. Verfahren für die verantwortungsvolle Offenlegung von Schwachstellen gegenüber Kunden, Gegenparteien und der Öffentlichkeit festgelegt werden,

      6. die Einführung von Patches und anderen Abhilfemaßnahmen priorisiert wird, um die ermittelten Schwachstellen zu beheben,

      7. die Behebung von Schwachstellen überwacht und geprüft wird,

      8. eine Aufzeichnung aller festgestellten Schwachstellen, die IKT-Systeme betreffen, und die Überwachung der Behebung dieser Schwachstellen verlangt werden.

    2. Für die Zwecke von Buchstabe b führen die Finanzunternehmen die automatisierten Schwachstellenbewertungen und -scans für IKT-Assets bei IKT-Assets, die kritische oder wichtige Funktionen unterstützen, mindestens einmal wöchentlich durch.

    3. Für die Zwecke von Buchstabe c fordern die Finanzunternehmen IKT-Drittdienstleister auf, die einschlägigen Schwachstellen zu untersuchen, die Ursachen zu ermitteln und geeignete Abhilfemaßnahmen zu ergreifen.

    4. Für die Zwecke von Buchstabe d überwachen die Finanzunternehmen, gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit dem IKT-Drittdienstleister, die aktuelle Version der Bibliotheken Dritter sowie mögliche Aktualisierungen. Was gebrauchsfertige (Standard-)IKT-Assets oder Komponenten von IKT-Assets betrifft, die für die Ausführung von IKT-Dienstleistungen erworben und verwendet werden, die keine kritischen oder wichtigen Funktionen unterstützen, wird die Nutzung von Bibliotheken Dritter, einschließlich Open-Source-Bibliotheken, von den Finanzunternehmen soweit wie möglich nachverfolgt.

    5. Für die Zwecke von Buchstabe f berücksichtigen die Finanzunternehmen die Kritikalität der Schwachstelle, die im Einklang mit Artikel 8 Absatz 1 der Verordnung (EU) 2022/2554 festgelegte Klassifizierung sowie das Risikoprofil der IKT-Assets, die von den ermittelten Schwachstellen betroffen sind.

    1. Die Finanzunternehmen entwickeln, dokumentieren und implementieren im Rahmen der in Artikel 9 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2022/2554 genannten IKT-Sicherheitsrichtlinien, -verfahren, -protokolle und -Tools Verfahren für das Patch-Management.

    1. Die in Absatz 3 genannten Verfahren für das Patch-Management dienen dazu,

      1. soweit möglich verfügbare Software- und Hardware-Patches und -Aktualisierungen mithilfe automatisierter Tools zu ermitteln und zu bewerten;

      2. Notfallverfahren für das Patching und die Aktualisierung von IKT-Assets zu ermitteln;

      3. Software- und Hardware-Patches und die Aktualisierungen gemäß Artikel 8 Absatz 2 Buchstabe b Ziffern v, vi und vii zu testen und einzuführen;

      4. Fristen für die Installation von Software- und Hardware-Patches und von Aktualisierungen zu setzen sowie Eskalationsverfahren für den Fall festzulegen, dass diese Fristen nicht eingehalten werden können.

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